Presse: Amberger Nachrichten, 16.11.2025
FSA Zuführtechnik: Erfolgreicher Start für neues Unternehmen in Amberg
Amberg ist Maschinenbauer-Stadt Mehrere namhafte Unternehmen sorgen dafür, dass in Fabriken auf der ganzen Welt die Produktionsstraßen laufen. Jetzt ist eine neue Firma dazugekommen.
Amberg. FSA Zuführtechnik GmbH heißt das neue Unternehmen, das sich im Gewerbegebiet Amberg-West angesiedelt hat: ,,Feeding Systems Amberg". Wenn man sich fragt, was diese Firma macht und sich an der deutschen Übersetzung des Namens orientiert, ist man schon auf dem richtigen Weg. FSA füttert Systeme - Produktionslini-en mit Montage-Automaten zum Beispiel, die auf kleinste Teile in hohen Stückzahlen bei hohem Tempo angewiesen sind. FSA baut Maschinen, die Klein- und Kleinstteile einer Produktionslinie zuführt - Zuführtechnik wird das genannt.
Klaus Bott und Steffl Walter sind Urgesteine der Zuführtechnik in Amberg. Sie waren viele Jahre bei einem anderen Unternehmen aus der Branche beschäftigt und haben sich zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen nach einem Eigentümerwechsel entschlossen, noch einmal neu anzufangen. Offizieller Start am Standort in der Kastnerstraße war am 1. Januar 2025. Mittlerweile beschäftigt FSA bereits zwölf Mitarbeiter, Tendenz steigend. ,,Das Geschäft steht und fällt mit den Leuten, die in diesem Markt eine Reputation haben", sagt Klaus Bott, der als Geschäftsführer fungiert. Und genau da sieht er das neue Unternehmen gut aufgestellt.
Ein Weichen- und Fallensteller
Im Büro sitzt Anton Pösl und arbeitet an einem Modell einer neuen Zuführung. Genauer gesagt ist er gerade dabei, einen digitalen Zwilling des Herzstücks einer solchen Anlage zu erstellen - einen Sortiertopf. In die Innenseite dieses Topfes - er sieht aus wie ein Pflanzkübel - zeichnet er eine von unten nach oben verlaufende, spiralförmige Linie. Sie wird später aus dem Polyamid-Rohling ausgefräst. In dieser Einkerbung wandern dann die unsortierten Kleinteile nach oben, um sich in einer geraden Schiene einzureihen. ,,Das ist Tüftelarbeit", sagt Steffl Walter. ,,Anton ist unser Weichen- und Fallensteller."
Im Januar ist FSA gestartet, im April wurde bereits die erste Zuführung ausgeliefert. Die Kunden kommen aus aller Welt, unter anderem aus dem Bereich der Medizintechnik und Elektroindustrie, der Konsumgüter- und Verpackungsindustrie sowie die Automobilbranche. Zum Beispiel liefert FSA gerade eine Zuführung für eine Produktionslinie in den USA, in der Sprinkleranlagen hergestellt, werden. Die Geschäfte sind gut angelaufen. ,,Wir sind zwar alte Hasen, aber unsere Firma ist wie ein Start-Up", erklärt Bott. ,,Wir gehen heute davon aus, dass wir in zwei bis drei Jahren auch unsere Profitabilitätsziele erreichen oder sogar übertreffen."
Auftragsbuch gut gefüllt
Aus diesem Grund haben sich die Gründer einen starken Partner ins Boot geholt: Die RNA-Gruppe mit Sitz in Aachen. ,,Uns war von Anfang an klar, dass sich das gut ergänzt", sagt Stefan Walter. RNA gilt als weltweiter Technologie- und Marktführer im Bereich der Zuführtechnik und unterhält neun Produktionsstandorte. Insgesamt beschäftigt die RNA-Gruppe nun rund 480 Mitarbeiter. Amberg ist die jüngste und noch die kleinste Niederlassung. Doch die soll wachsen. Am neuen Standort im Gewerbegebiet-West in Amberg ist der Vertrieb, das Engineering, die Materialwirtschaft und die Produktion angesiedelt, sodass die komplette Wertschöpfungskette abgebildet werden kann. Wie überall, findet in dem neuen Unternehmen auch Künstliche Intelligenz Anwendung. Aus den derzeit 12 sollen bald mehr Kollegen werden. Bott und Walter sind zuversichtlich: Für den Start ins neue Jahr ist das Auftragsbuch gut gefüllt und weitere aussichtsreiche Projekte kündigen sich bereits an. Ein hoffnungsvolles Zeichen für den Industriestandort Amberg.
BU: „Wir sind zwar alte Hasen, aber unsere. Firma ist wie ein Start-Up." Geschäftsführer Klaus Bott
BU: Diese beiden Herren sind Urgesteine der Zuführtechnik aus Amberg: Klaus Bott (links) und Steffi Walter.
BU: Das Herzstück einer Zuführanlage: der Sortiertopf. Jedes einzelne Exemplar ist ein Meisterwerk.